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EVITA

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Beginn

Dienstag, 11.04.2017 ab 19:00 Uhr

Kategorie

Kultur > Theater

Musikrichtung

Musical

EVITA
11. bis 23. April 2017
DAS MUSICAL ÜBER DIE SCHILLERNDSTE FIRST LADY ARGENTINIENS
IN DER OFFIZIELLEN PRODUKTION VON ANDREW LLOYD WEBBER UND TIM RICE
Ein einfaches Mädchen vom Lande mausert sich zur Ikone einer ganzen Nation. Gibt es eine bessere Vorlage für ein packendes Musical? Der beispiellose Werdegang der argentinischen Präsidenten-Gattin Eva Perón inspirierte Andrew Lloyd Webber und Tim Rice in den siebziger Jahren zu ihrem Musical-Erfolg EVITA. Das Werk, das heute zu den bekanntesten der Musical-Geschichte zählt, begeistert neben seiner mitreißenden Handlung durch Webbers unnachahmliche Kompositionen, allen voran die Ballade „Don’t Cry for Me Argentina“, einer der wohl größten Musical-Hits aller Zeiten. Schon 2010 und 2011 feierte die offizielle Produktion von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice überwältigende Erfolge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit einer neuen Starbesetzung aus dem Londoner West End, einem herausragenden Orchester und opulenter Ausstattung ist EVITA nun vom 11. bis 23. April 2017 im Deutschen Theater München zu erleben.
DIE GESCHICHTE EINER IKONE
Andrew Lloyd Webber und Tim Rice hatten sich bereits mit Jesus Christ Superstar als kompromisslose Erneuerer des Musicals bewiesen, die einen verwegenen Umgang mit geschichtsträchtigen Stoffen nicht scheuten. Bei ihrem nächsten gemeinsamen Projekt bot ihnen das Leben der umstrittenen Präsidentengattin Eva María Duarte de Perón die Folie für ein Parade-Stück um Gier, Macht, Einfluss und Prestige. Der unheimliche Aufstieg eines jungen, ehrgeizigen Mädchens aus der argentinischen Provinz, die in den 1930 und 40er Jahren zunächst zur Schauspielerin und dann zur Präsidentengattin emporsteigt – geliebt vom Volk, gehasst von ihren politischen Gegnern – bot als reale Aschenputtel-Geschichte alles, was ein spannendes Musical braucht. Als der junge Tim Rice 1973 einen Rundfunkbeitrag über die ehemalige First Lady Argentiniens hörte, nahm ihn der Stoff derart gefangen, dass er nur wenige Monate später nach Südamerika reiste. Vor Ort wollte er mehr über das Leben jener Frau erfahren, der das argentinische Volk den Kosenamen „Evita“ verliehen hatte. Überwältigt von den neuen Eindrücken konnte er seinen künstlerischen Partner Lloyd Webber wenig später von dem Projekt überzeugen. Wie zuvor bei Jesus Christ Superstar war es der Aufstieg und Niedergang einer charismatischen Figur, die beide Macher faszinierte.
ZWEI KOMPROMISSLOSE GESTALTER
Mit EVITA sollte dem Autorenteam Webber/Rice ein weiterer großer Wurf gelingen. Doch ihre Arbeit geriet nicht zur bloßen Hommage an Eva Perón. In einer klug montierten Rückschau legen sie vielmehr die widersprüchlichen Facetten einer zur Ikone verklärten Frau bloß: Eva als gewöhnliche 15-jährige, als Mädchen mit großen Träumen, als Schauspielerin, kühle Karrieristin, politische Strippenzieherin, Geliebte, aber auch Wohltäterin und Hoffnungsträgerin ihres Volks. Lloyd Webber und Rice stellen ihrer Heldin einen Gegenspieler gegenüber, der als kritischer Geist den Werdegang der ambitionierten Frau bissig kommentiert. Ihre Kunstfigur Che ist eine Referenz an den in Argentinien geborenen Che Guevara – eine andere charismatische Gestalt des 20. Jahrhunderts. Durch diesen Kunstgriff diskutieren sie Evitas Geschichte nicht nur auf biografischer Ebene, sondern beweisen ein sicheres Gespür für die Komplexität des geschichtsträchtigen Stoffs. In der Spielart eines bildgewaltigen Stationendramas gelang Lloyd Webber und Rice, was im Musical-Genre nur wenige vor ihnen wagten: einen politisch brisanten Stoff erfolgreich in ein unterhaltsames Musical zu verwandeln.
EIN MUSIKALISCHES EPOS
Exemplarisch für die außergewöhnliche Qualität des Musicals ist vor allem der eindringliche Schlüsselsong „Don’t Cry for Me Argentina“. Mit diesem Lied schuf Lloyd Weber nicht nur einen eingängigen Musical-Hit, sondern auch ein eindrucksvolles Leitmotiv. In immer neuen Variationen begleitet es den rasanten Aufstieg Evitas und offenbart einmal mehr die Meisterschaft Lloyd Webbers. In dem komplett durchkomponierten Werk bewies dieser seinen raffinierten Umgang mit musikalischen Motiven sowie den Idiomen seiner Zeit. Mit Referenzen an Revue und Show, Oper und Operette, Lied und symphonische Form bildet er ein enormes musikalisches Spektrum ab – nicht zuletzt einer der Schlüssel für den enormen Erfolg des Musicals. Auch bei der Besetzung beweist Lloyd Webber sein gutes Händchen für einen überwältigenden Sound. Streicher-Sektion und Posaunen sorgen für volle Opern-Klänge, E-Gitarre und Drumset sorgen für temporeiche Rock- und Pop-Passagen. Die Percussion-Gruppe schließlich akzentuiert die südamerikanische Thematik des Stoffs: Mit lateinamerikanischen Rhythmen und Motiven, schafft Lloyd Webber den Bezugsrahmen zum Schauplatz des Stückes, den er raffiniert mit hittauglichen Rock- und Pop-Nummern zu einer grandiosen Partitur vereint.
IN DEN PLATTENLÄDEN, AUF DER BÜHNE UND IM KINO: EIN ERFOLG
Zur Einführung von EVITA verfolgten Lloyd Webber und Rice wie schon bei Jesus Christ Superstar eine überaus effektive Strategie: Zunächst wurde das Werk als Studioalbum vorgelegt und eroberte nicht nur in Großbritannien die Charts. Allein die Single „Don’t Cry for Me Argentina“ wurde weltweit über 2 Millionen Mal verkauft. Im Sommer 1978 wurde das Musical am Londoner West End uraufgeführt und kam 1979 an den Broadway. Unzählige Auszeichnungen folgten, darunter der Olivier-, Tony- und Drama Desk Award als „Bestes Musical“ sowie je ein Tony Award in den Kategorien „Beste Partitur“ und „Bestes Buch“. Dass der Stoff seine Aktualität nie verlor, bewiesen neben der Verfilmung aus dem Jahr 1996 mit Madonna in der Hauptrolle, die jüngsten EVITA-Revival u.a. am Broadway und kürzlich an den Vereinigten Bühnen Wien. Für den anlässlich der Verfilmung neu geschaffenen Song „You Must Love Me“ erhielten Andrew Lloyd Webber und Tim Rice einen Oscar und einen Golden Globe Award. Auch Film und Hauptdarstellerin wurden mit Golden Globe Awards bedacht.
EINE PRACHTVOLLE INSZENIERUNG
Bill Kenwrights und Bob Tomsons ebenso aufwendige wie facettenreiche Produktion führt das Publikum mitten in den Big Apple Argentiniens und zeichnet die Lebensstationen der mächtigen Argentinierin in prächtig ausgestatteten Panoramen nach: vom einfachen Nachtclub in Evas Heimatstadt Junín, über eine folgenreiche Begegnung auf einer Charity-Gala, zu einer bewegenden Ansprache vor den jubelnden Massen Buenos Aires bis zur exzessiven Trauer des argentinischen Volks. Die Inszenierung mit ihren epischen Bildern und ihrem vollen Sound zieht die Zuschauer unmittelbar in die beispiellose Geschichte der Eva Perón. Die hochkarätige Besetzung aus dem Londoner West End, das exzellente Orchester und das vielseitige Ensemble bringen in dieser klug gemachten Regiearbeit ein Stück Geschichte live und voller Gefühl auf die Bühne. Nach großen Erfolgen in Städten wie London, Dublin und Florenz und Spielstätten wie der Alten Oper Frankfurt, der Hamburgischen Staatsoper, Oper Leipzig und dem Nationaltheater Mannheim kommt die britische Erfolgsproduktion nach über fünf Jahren nach Deutschland zurück. So stilvoll und emotional, dass auch der Londoner Sunday Express attestiert: „Eine monumentale Show: Bestwertung!“ Auch das Hamburger Abendblatt jubelt: „Von den ,Evita‘-Inszenierungen, die hier zu sehen waren, ist die aktuelle die beste, konsequenteste und auch mutigste.“

Text: Deutsches Theater München


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